Kusen von Sonntag, 28. September 2025

Daikan Eno, der sechste Patriarch, erwachte zum Weg als er auf dem Markt einen
Mönch einen Satz aus dem Diamant-Sutra rezitieren hörte. Der Satz war: „Der Geist,
der an nichts festhält, ist der wahre Geist.“

Gewöhnlich braucht unser Bewusstsein etwas, an das es sich festhalten kann, und
die Vorstellung von „Nichts“ macht uns vielleicht unsicher oder ängstlich.

Doch der „Geist, der an nichts festhält“ ist keine Vorstellung, sondern eine Realität
des Sich Niederlassens in der Haltung der ganzen Gegenwart, jetzt.

Der Geist der ganzen Gegenwart ist das sicherste und stabilste Fundament, auf das
man sich stützen kann, weil er die Gegensätze des Lebens umfasst, und uns die
Einheit von Körper und Geist erfahren lässt.

Sicherlich hilft uns im Leben manchmal eine Vorstellung, um über Schwierigkeiten
hinweg zu kommen, doch die letztendliche Erlösung des Geistes verwirklicht sich im
Geist der ganzen Gegenwart selbst.

Deshalb richtet sich Zen-Praxis immer in diese Richtung aus. Sie erfordert von uns
keine Perfektion, sondern eben diese entschiedene innere Ausrichtung.
Dann gibt es mit der Zeit eine natürliche Übereinstimmung mit dem Weg und wir
können unser Leben auf diese Grundlage stellen.

Das wird im „Buddha-Weg“ Weisheit jenseits des „Ich-Gedankens“ genannt – Maka
Hannya.