Kusen vom Mittwoch, den 10. Dezember 2025

Im Zen-Weg sagen wir, dass alle Dinge einen Klang haben. Selbst leblose Dinge wie eine Tasse, unsere Essschalen oder das Werkzeug, das wir benutzen. Und selbst die Stille hat einen Klang.

Diese Klänge werden spürbar, wenn wir die Dinge mit ganzer Präsenz und Einfühlungsvermögen in uns aufnehmen.

Wir nehmen die Welt in uns auf durch die Sinnesorgane, doch sie wird eigentlich erst lebendig in unserem Geist. Deshalb können wir am Ende nicht mehr sagen – die Außenwelt – weil innen und außen nicht mehr getrennt sind.

Im Zen-Weg unterscheiden wir zwischen Klängen und Geräuschen. Wenn wir Geräusche produzieren, heißt das, dass wir nicht ganz bei der Sache sind, das Subjekt und Objekt getrennt sind.

Doch wenn wir mit Wohlwollen und Sorgfalt mit den Dingen umgehen und sie in uns aufnehmen, verwandeln sich die Geräusche in Klänge. Wenn das Leben in uns Klang bekommt, entsteht etwas Sich selbst Erfüllendes. Die Gegenwart selbst wird Klang, und dann erfüllt sich gleichzeitig der Sinn unserer Existenz.

Diesen Weg zu entdecken, öffnet eine Quelle innerer Freude und diesen Weg auszuüben wird ein natürliches Bedürfnis.